18.05.2010

Mit der Aebi Schmidt zur Passräumung am St. Gotthard

Andermatt/Schweiz. Rund 500 Kunden, Partner und Mitarbeiter der ASH Aebi Schmidt waren Ende April 2010 in Andermatt/Kanton Uri mit dabei, als das Unternehmen in einem großen Kundenevent, das erstmals seit rund 20 Jahren wieder unter eigener Regie stattfand, bei einer Passräumung am Gotthard seine aktuellen Produkte im Bereich der Kommunal- und Spezialmaschinen demonstrierte. „Der Gotthard ist einer der wichtigsten Pässe in den Alpen, ein Bindeglied in Europa“, so der CCO der Aebi Schmidt, Walter Schmitz, bei der Begrüßung der Gäste. Welcher Ort würde sich also besser eignen, um die Stärken des Unternehmens bei der Enteisung von Straßen, beim Mähen und beim Schneeräumen zu demonstrieren?

Vor die Arbeit in der Kälte hatten die Verantwortlichen um die Aebi Schmidt Marketingverantwortliche Carmen Heising das Vergnügen gesetzt: Nach dem Check-In in den Hotels, im um diese Jahreszeit bereits sehr ruhigen Andermatt (schon Goethe hat es sich hier schmecken lassen!), ging es mit der Seilbahn auf den fast 3000 m hohen Gemsstock hinauf zum Apero. Und zum genussreichen Blick über die verschneiten Gipfel der schweizerischen Alpen. An der 800 m tiefer gelegenen Mittelstation der Seilbahn wurden die Gäste dann von drei traditionellen Alphornbläsern empfangen, bevor es zum typisch schweizerischen Abendessen ging: Viel wurde geredet, über Märkte und Produkte und die Berge, und viel Englisch war zu hören, denn die Gäste aus den verschiedensten europäischen Ländern von Lettland bis Italien hatten sich untereinander eine Menge  zu erzählen. Die Alphornbläser verrieten übrigens, dass man die Hörner in drei Teile zerlegen kann, womit auch geklärt wurde, wie man die riesigen Instrumente aus Fichtenholz transportiert bekommt! In früheren Jahrhunderten wurden die Hörner zum Austausch von Nachrichten genutzt, jeder Kanton hatte seine eigenen Melodien, heute sind die traditionellen Melodien meist zu dreistimmigen Musikstücken ausgearbeitet.

Um Methoden, Maschinen und Geräte im Winterdienst ging es dann an den folgenden drei Tagen auf dem Weg hinauf und auf dem Gotthard Pass selbst. Auf halbem Wege machten die Busse mit den Gästen am „Mätteli“ halt, dort gab es Räum-, Streu- und Mähfahrzeuge von Aebi, Schmidt und Mulag zu sehen.  Arjan Ruiterkamp und Andreas Fritzsche von Schmidt zeigten unter anderem Maschinen der Stratos, Soliq und Straliq Serien, die als „Multi Purpose Spreader“ vom Salzgemisch bis hin zum Staub bindenden Flüssigkeitsspray die verschiedensten Einsatzzwecke erfüllen. „Der Trend geht zu weniger Salzverbrauch und zum „Public Private Partnership“, die Vertragspartner verlangen nach flexibleren Fahrzeugen und Aufbauten als früher die Kommunen, dem haben wir uns erfolgreich gestellt“, so Ruiterkamp. Als Beweis präsentierte er zum Beispiel die neuen Soliq Maschinen, die feste und flüssige Streumittel von Splitt bis Salzlösung auf die Straße bringen können und mit den verschiedensten, den Kundenbedürfnissen entsprechenden  Aufbauten lieferbar sind. „Solche „Roll on – Roll of“ Systeme sind bei unseren Kunden mittlerweile sehr gefragt“, bestätigte auch Walter Schmitz nach der Präsentation.

Oben am Gotthard Pass auf rund 2200 m Höhe lagen zu diesem Zeitpunkt noch rund 2,5 m Schnee auf der Passstraße. Aebi Verkaufsexperte Andreas Tschanz: „Der Pass wird jeden Winter geräumt, spätestens zu Pfingsten ist er in der Regel passierbar, normalerweise liegt der Schnee aber im April noch höher als dieses Jahr.“ Dennoch konnte Tschanz nach seiner Vorstellung von Aebi-Produkten wie dem Allradmodell Viatrac VT450 mit 98 PS und besten Offroad-Eigenschaften schnell resümieren: „Es ist super gelaufen, wir haben hier unsere Maschinen unter den optimalen Einsatzbedingungen zeigen können.“ Die Schmidt Schneeräumexperten Emil Wasmer, Matthias Baumann, Charles Boné und Stephan Kaiser sahen das bei ihren Präsentationen auf dem Gotthard Pass ebenso. So präsentierte Emil Wasmer dem internationalen Publikum anschaulich, wie flexibel Schmidt Maschinen je nach Schneesituation und je nach verfügbarem Fahrzeugpark entweder am Unimog oder auch an Traktoren zum Einsatz kommen können. „Mit dieser Flexibilität, auch bei Details wie dem rundum verstellbaren Schneebläser beispielsweise bei den FS Schneefräsen, bieten wir Lösungen für die verschiedensten Anforderungen im Schnee!“ Die Präsentation der Produkte sowie die Moderation für die schweizer Kundschaft übernahm Matthias Baumann (Leitung Vertrieb Schweiz) und die Kunden aus Deutschland und Österreich wurden von Charles Boné (Verkaufsleitung Deutschland) und Stephan Kaiser (Vertriebsgebietsleiter Deutschland) durch die Demonstation geführt.

Walter Schmitz sah sich durch die Produkt Shows im Schnee bestätigt: „So ein Event ist etwas ganz anderes als ein Messeauftritt oder eine Roadshow bei unseren Kunden, bei denen wir ja eher Trockenübungen durchführen können.“ Schmitz rechnete am Ende der Woche mit 3 bis 5 direkten Verkäufen als Folge der Präsentation und mit einem regen Schub für die Nachfrage an Aebi und Schmidt  Fahrzeugen und Maschinen im Nachklang des Kundenevents am Gotthard. „Vor allem die Präsentation unserer SUPRAS war doch sehr beeindruckend!“ Die zwei gezeigten SUPRAS, mit einer Räumkapazität von jeweils rund 4000 Tonnen Schnee in der Stunde, kamen auch beim Publikum sehr gut an. Serban Hasnas, Schmidt Vertragshändler aus Rumänien, war beeindruckt: „Wir sind seit 1991 Kooperationspartner von Schmidt, die Geräte haben einen hervorragenden Ruf und es ist gut, sie hier im schweren Einsatz sehen zu können“, so Hasnas. „Wir haben viel gefilmt, um es unseren Kunden daheim in Rumänien zeigen zu können. Es war eine sehr gute Präsentation!“

Ein  Schwerpunkt der Präsentation waren die System-Lösungen, die  aus  der  jahrzehntelangen  Kooperation  von Schmidt und Mercedes Benz Unimog  entstanden  sind.  Anbau-Schneefräsen  wie  die SF3 mit einer Räumkapazität  von  bis  zu 1200  Tonnen  Schnee in der Stunde, die eng an den Unimog  angebaut Schneewände durchschneiden und Schnee entfernen können und dabei gleichzeitig mit bis zu 2,5 m³ Streumaterial im Einsatz sind, werden im Alltag jeder Anforderung gerecht. Dieter  Sellnau,  Leiter  Sales  & Marketing der Special Truck Division bei Daimler Chrysler: „Die Kooperation Schmidt und Unimog geht sechs Jahrzehnte zurück,  da  ist es gut, die  einzigartige Leistungsfähigkeit der Schneeräumfahrzeuge im schwierigen Einsatz  zu erleben.” Die Präsentation am Gotthard sei beeindruckend gewesen und  er  habe  aus  Kundengesprächen  viel  positives Feedback erhalten, so Sellnaus  Resümee  nach  zwei  Tagen  in den Alpen. Vom Mulag-Mäher bis zur Schmidt  Schneefräse  ist  der  Mercedes  Benz  Unimog seit Jahrzehnten ein idealer Partner für kommunale Spezialfahrzeuge.

Gut aufgenommen wurde schließlich auch der Fachvortrag von Rainer Hess von der Durth Roos Consulting in Bonn zum Thema „Salz oder Sole – neue Erkenntnisse zur Glättebekämpfung“. Mobilität und Versorgung brauchen leistungsfähige Infrastrukturen, so sein Credo. Vereiste Fahrbahnen sind daher eine Herausforderung für Verkehrs- und Versorgungssicherheit. Schon seit einigen Jahrzehnten sei bekannt, dass das Sole die dauerhaftesten Tauergebnisse und ökologische Vorteile gegenüber Trockenstoff bringe, trockenes Streusalz wiederum verfüge über eine größere Taukapazität. Flexible Streufahrzeuge, wie die Schmidt Straliq und Soliq Serien, bieten hier Lösungen für das Optimierungsproblem im Alltag und erlauben Salzeinsparungen von bis zu 50 Prozent je Einsatz!

So war nicht erst nach vier Tagen am Gotthard klar, dass dieses Kundenevent der ASH ein großer Erfolg sein würde: „In unserer Branche, in der jeder jeden kennt, entscheidet nicht der Produktpreis alleine über den Kauf“, so Walter Schmitz. „Es geht auch um langfristige Kundenbindungen und natürlich um den Beleg unserer Leistungsfähigkeit.“ Das Event habe diesen Anspruch voll erfüllt, so Schmitz, und es dürfte auch viel Gutes für die nahe Zukunft der ASH bewirkt haben. Denn es war auch ein eindrucksvolles Zeugnis für das Zusammenwachsen zweier Unternehmen unter einem neuen Dach!

 

 

Von Ralf Deckert

(freier Journalist)